Frauenhäuser

 
Frauenhäuser
12.06.2017

Frauenhäuser weiterhin notwendig

SPD-Arbeitskreis informierte sich

Der SPD Arbeitskreis Bürgerservice und Soziales hatte am 8. Juni die
Geschäftsführerin des Frauenforums Unna, Frau Brigit Unger, zu einem
Gespräch eingeladen. „Gewalt gegen Frauen ist noch immer ein großes
Thema in unserer Gesellschaft.“, so AK Sprecherin Christiane Mai.
Das Frauenforum biete mit seinem Frauenhaus in Unna Frauen und Kindern
aus dem Kreisgebiet und darüber hinaus Zuflucht vor Ehemännern, Lebens-
partnern oder Vätern, die schlagen, erniedrigen oder bedrohen.

Birgit Unger informierte über das konkrete Hilfsangebot mit derzeit
20 Plätzen für Frauen und Kinder hin zu einer selbständigen und selbst-
bestimmten Lebensführung. Besonders gut seinen die Erfahrung mit der
Öffnung des Hauses, die ein spezielles Sicherheitssystem möglich mache,
und das systemische Arbeiten in Netzwerken sowie die Arbeit mit den Kindern.
Schwerpunkt sei auch der Umgang mit Traumatisierung und die Hilfe Wohnen.

Die Quote aller im Laufe ihres Lebens von Gewalt betroffenen Frauen liege
mit 25% weiterhin hoch. Jede 3. Hilfesuchende im Frauenforum sei 18 – 25 Jahre
alt. „Den Weg ins Frauenhaus suchen vor allem finanziell arme oder Frauen mit
Migrationshintergrund.“, so Birgit Unger. „Gut situierte oder gebildete Frauen
suchen eher die Frauenberatungsstelle auf.“ Frauen mit geringem Bildungs- und
Ausbildungsniveau sowie Mangel an beruflichen und sozialen Einbindungen und
Fehlen eines Beziehungsnetzes seinen die bestehenden Hilfe- und Unterstützungs-
möglichkeiten oft nicht bekannt.

Die Quote von Gewalterfahrungen bei Frauen mit Migrationshintergrund sei höher
als bei deutschen Frauen. „Im Frauenforum leben im Durchschnitt 50% Frauen mit
Zuwanderungsgeschichte.“, berichtete Unger. „Besonders häufig erleben
Flüchtlingsfrauen Gewalt.“ Fehlende Sprachkenntnisse führten dazu, dass Angebote
von Migrantinnen nicht genutzt würden. Gerade für diese Zielgruppe sei der Ausbau
niedrigschwelliger, zugehender und anonymer Hilfsangebote wichtig. Auch eine
mehrsprachige Öffentlichkeitsarbeit sei dringend erforderlich. In Lünen werde es
ab August eine offene Sprechstunde für Migrantinnen in der Frühförderstelle
geben, so Unger.

Das Frauenhaus werde zum größten Teil über eine Landesförderung finanziert,
erläuterte Unger. Restkosten würden aus dem Kreishaushalt und aus sozialen Töpfen
gedeckt. „Jede Frau und jedes Kind hat das grundsätzliche Recht auf ein Leben ohne
Gewalt.“, so lautet das Fazit des SPD Arbeitskreises. „Dies zu gewährleisten, liegt
in der Verantwortung der Gesamtgesellschaft. Darum fordern wir von der Bundes-
regierung festgelegte Standards für alle Frauenhäuser unter bundesweit einheitlichen
Bedingungen. Über eine staatliche Finanzierung der Frauenhäuser sollte nachgedacht
werden. Die neue NRW Landesregierung fordern wir auf, die bestehenden Angebote
des Frauenhauses mindestens zu erhalten und keine finanziellen Kürzungen vorzu-
nehmen. Wir fordern darüber hinaus eine gesicherte Langzeitfinanzierung des
Personals und der Nachsorge Wohnen.“

Christiane Mai
 
 

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