
Zu einem offenen Gedankenaustausch besuchte die SPD-Fraktion Lünen die Selimiye-Moschee an der Roonstraße. Im Mittelpunkt des Treffens standen das gesellschaftliche Engagement der Moscheegemeinde, Fragen des Zusammenlebens in Lünen sowie die Rolle junger Menschen in
unserer Stadtgesellschaft.
Die Selimiye-Moschee ist mit rund 600 Mitgliedern die größte Moschee-Gemeinde in Lünen. Selahattin Tatma steht an der Spitze der Gemeinde. Gemeinsam mit weiteren Verantwortlichen stellte er den Mitgliedern der SPD-Fraktion die Arbeit der Moschee vor und gab Einblicke in das Gemeindeleben.
Dabei wurde deutlich, dass die Gemeinde sich nach eigener Aussage als Teil der Lüner Stadtgesellschaft versteht. „Unsere Türen stehen immer und jedem offen“, betonte der Vorsitzende Selahattin Tatma. Die Gemeinde wolle ein guter Nachbar sein und zum Gemeinwohl in Lünen beitragen.
Der Besuch bot zugleich Raum für einen offenen und durchaus kritischen Austausch. SPD-Fraktionsvorsitzender Rüdiger Billeb stellte auch Fragen, die über die reine Vorstellung der Moscheegemeinde hinausgingen. Insbesondere die Verbindungen des DİTİB-Verbandes zum türkischen Staat sowie Fragen zur politischen Einflussnahme und zur Integration wurden angesprochen. Die Vertreter der Selimiye-Moschee machten deutlich, dass Extremismus und Ausgrenzung in der Gemeinde keinen Platz hätten und man zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung Deutschlands stehe.
„Wir wollen miteinander im Gespräch bleiben. Dazu gehört für uns auch, kritische Fragen zu stellen und unterschiedliche Sichtweisen offen anzusprechen“, machte Rüdiger Billeb deutlich. Gerade bei Themen, die in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert würden, sei ein direkter Austausch wichtig. „Nur wenn wir miteinander reden, können wir Vorurteile abbauen und gleichzeitig auch Erwartungen formulieren.“
Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs war das ehrenamtliche Engagement. Rüdiger Billeb regte insbesondere an, junge Menschen aus der Gemeinde noch stärker für ehrenamtliche Aufgaben in Lünen zu gewinnen. Als konkretes Beispiel nannte er die Freiwillige Feuerwehr. „Unsere Stadt lebt vom Ehrenamt. Gerade junge Menschen können hier Verantwortung übernehmen, Gemeinschaft erleben und gleichzeitig etwas für unsere Gesellschaft tun“, so Billeb.
Die SPD-Fraktion sieht darin eine große Chance für beide Seiten. Ehrenamtliches Engagement könne Brücken zwischen unterschiedlichen Teilen der Stadtgesellschaft bauen und gleichzeitig jungen Menschen Möglichkeiten eröffnen, sich aktiv einzubringen. Dies gelte für die Feuerwehr ebenso wie für Sportvereine, soziale Einrichtungen, Rettungsorganisationen oder andere Vereine und Initiativen.
Auch die Verantwortlichen der Selimiye-Moschee betonten, dass ihnen die Öffnung in die Stadtgesellschaft wichtig sei. „Lünen ist eine vielfältige Stadt. Unser Ziel muss sein, dass alle Menschen, unabhängig von Herkunft oder Religion, ihren Platz in unserer Stadtgesellschaft finden und Verantwortung übernehmen können“, fasste Rüdiger Billeb den Besuch zusammen.